Funktionsdiagnostik

Aberrometrie (Messung des Wellenfrontfehlers) Die Messung und Analyse des Wellenfrontfehlers, also die Abweichung des Auges von der idealen Optik, erlaubt eine Charakterisierung der optischen Eigenschaften des Auges. Zusätzlich zu den bekannten Abbildungsfehlern niedriger Ordnung, wie Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit (Defokus) und/oder Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) können auch Abbildungsfehler höherer Ordnung wie z.B. Coma und sphärische Aberration, welche die Sehqualität zusätzlich mindern, detektiert werden.

Methode:
Das von einem auf der Netzhaut erzeugten Lichtpunkt ausgehende Licht wird durch eine Mikrolinsenmatrix in ein Punktmuster aufgeteilt und das entstandene Bild von einer CCD-Kamera aufgefangen. Bei einer perfekten Optik besteht zwischen den einzelnen Punkten ein regelmäßiger Abstand. Aus der Abweichung der tatsächlichen Lage der Punkte beim CCD-Bild kann der Wellenfrontfehler des Auges rekonstruiert werden.

Anwendung findet die Aberrometrie vorwiegend in der refraktiven Hornhaut- und Linsenchirurgie. Die Messung wird in der Regel ohne Pupillenerweiterung durchgeführt und dauert nur wenige Sekunden.

Pupillometrie (Messung der Pupillengröße bei unterschiedlichen Lichtbedingungen)

Die Größe der Pupille reguliert nicht nur den Lichteinfall, sie bestimmt auch die Größe der optischen Zone aller abbildenden Elemente sowie den Einfluss optischer Abbildungsfehler auf die Netzhautbildqualität. Die Kenntnis der Pupillengröße bei unterschiedlichen Lichtbedingungen ist für die Auswahl von Intraokularlinsengeometrie, sowie der Größe der Abtragszonen bei refraktiver Hornhautlaserchirurgie von Bedeutung.

Unterschieden wird:

  • photopisch: Tagsehen (kleine Pupille)
  • mesopisch: Dämmerungssehen (mittelgroße Pupille)
  • skotopisch: Nachtsehen (große Pupille)

Darstellung der gemessenen Pupillengröße bei unterschiedlichen Lichtbedingungen
Darstellung der gemessenen Pupillengröße bei unterschiedlichen Lichtbedingungen

Gemessen wird die Pupillometrie bei abgedunkelter Raumbeleuchtung. Eine Adaptationszeit an die Raumbeleuchtung wird vor der Messung berücksichtigt. Die kontaktlose Messung dauert wenige Sekunden und wird ohne Pupillenerweiterung durchgeführt. Eine Teilnahme am Straßenverkehr ist nach der Messung problemlos möglich.

Farbsehdiagnostik
Angeborene Farbwahrnehmungsstörungen lassen sich bei etwa 8% der männlichen Bevölkerung Europas nachweiden, wobei die Rot-Grün-Schwäche am häufigsten vorkommt. Die Störung bleibt im Laufe des Lebens unverändert und wird daher oft nicht bemerkt.

Die Beurteilung des Farbensehens empfiehlt sich besonders dann, wenn die Farberkennung im Beruf eine wichtige Rolle spielt. Aber auch Kinder können von der Untersuchung profitieren, wenn eine Farbsinnstörung auffälliges Verhalten beim Lernen in der Schule oder beim Malen erklärt.

Die eingehende Prüfung des Farbensehens dient nicht nur der Auffindung von Farbsinnstörungen, sondern auch deren Klassifizierung nach Schweregrad und Typ. Sie finden vorrangig bei der Erstellung von Gutachten (Berufseignungseste, Führerschein bei Personenbeförderung) durch Herrn Pause sowie bei der Diagnose und Verlaufskontrolle von erworbenen Farbsinnstörungen Anwendung.

Prüfung des Farbsinns:

    • Pseudoisochromatische Test
      Pseudoisochromatische Test
      z. B. Ishihara-Test

 

    • Farblegetest
      Farnsworth-Munsell-100-Hue-Test
      z.B. Farnsworth-Munsell-100-Hue-Test

 

  • Anomaloskop
    Anomaloskop
    Eine Teilnahme am Straßenverkehr ist nach der Farbsehdiagnostik problemlos möglich.

Diagnostik des Dämmerungssehen
Die Untersuchung mit dem Nyktometer ermöglicht die Messung und Beurteilung der Sehschärfe unter geringen Beleuchtungsbedingungen (Dämmerungssehen) ohne und mit einer standardisierten Blendungsbelastung.

Die Diagnostik des Dämmerungssehens ist unter Umständen bei der Erstellung von Gutachten erforderlich. Allerdings ist die Messung auch geeignet für Patienten, welche sich in der Dunkelheit unsicher fühlen (z.B. beim nächtlichen Autofahren). Mit dem Nyktometer kann festgestellt werden, ob eine objektive Minderleistung zugrunde liegt, oder ob die Sinnesleistung im Normbereich liegt.

Die kontaktlose Messung wird ohne Pupillenerweiterung durchgeführt, so dass eine Teilnahme am Straßenverkehr nach der Messung möglich ist.

Ultraschall
Eine dichte Hornhauttrübung, ein dichter grauer Star oder Glaskörpertrübungen bzw. -blutungen: Mit Hilfe des Ultraschalls können so z.B. die Netzhaut und die hinteren Strukturen des Augapfels beurteilt werden.
Die Vorteile der Ultaschalluntersuchung liegen in der schnellen und unkomplizierten Durchführbarkeit, der fehlenden Belastung bzw. Schmerzfreiheit des Patienten und der praktisch nicht vorhandenen Nebenwirkungen.

Ultraschall der Netzhaut

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