Aufbau

Das Auge ist ein kleines, aber sehr komplexes Organ. Dem Menschen werden durch das Auge mehr Informationen und Eindrücke vermittelt als durch jedes andere Sinnesorgan. In jeder Sekunde nehmen die Augen Reize wahr und geben Sie an das Gehirn weiter. Sehen bedeutet, dass Lichtstrahlen, die in das Auge fallen, lichtempfindliche Rezeptoren und dadurch auch Nerven anregen. Die Signale werden an das Gehirn gesendet. Die Augen liegen geschützt in den Augenhöhlen, die von den Schädelknochen gebildet werden.

Der Augapfel, der Teil des Auges, den man umgangssprachlich als Auge bezeichnet, liegt in der Augenhöhle und füllt ca. 1/5 dieser aus. Der Rest wird durch Fett- und Bindegewebe, Muskeln, Nerven und Gefäße ausgefüllt. Die Augenmuskeln, vier gerade und zwei schräge, setzen am Augapfel an und sind für seine Bewegung in alle Blickrichtungen zuständig.
Zusätzlichen Schutz neben der Augenhöhle bietet die äußere Haut des Auges, die Lederhaut oder Sklera, aus festem weißem Gewebe.

Unter der Lederhaut liegt die Aderhaut (Choroidea), die das Auge mit Nährstoffen versorgt.

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(Abbildung Aderhaut)

Vor der Augenhöhle und dem Augapfel befinden sich die Lider. Sie reagieren auf Berührungen, Schmerzen, Blendung und Temperatur und werden reflexartig geschlossen. So schützen Sie die Augenoberfläche vor z.B. Fremdkörpern.
Die Wimpern am Ober- und Unterlid halten Staub und Schweiß vom Auge fern.
Zusätzlich dient der Lidschlag der regelmäßigen Benetzung der Hornhaut mit Tränenflüssigkeit. Die Tränenflüssigkeit befeuchtet, desinfiziert, säubert und versorgt die Hornhaut mit Nährstoffen und entfernt Stoffwechselprodukte des Auges. Das Innere der Augenlider kleidet die Bindehaut aus. Sie geht einerseits in die Lidkante über, andererseits in die Hornhaut. Die Bindehaut ist ein zweiter Schutzwall gegen das Eindringen von Keimen und Fremdkörpern.
Der Augapfel ist von der Seite aus betrachtet wie folgt aufgebaut:
Die durchsichtige Hornhaut bildet den vorderen Abschluss des Auges. Dann folgen die Regenbogenhaut (Iris) mit der Pupille, die Linse, der Glaskörper und zum Schluss die Netzhaut.

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(Abbildung Aufbau Auge)

In Aufbau und Funktion gleicht das Auge mit diesem Aufbau einer Fotokamera.
Es gibt bildentwerfende Organe, die brechenden Medien, wie Hornhaut und Linse und das bildaufnehmende Organ, die Netzhaut.
Um die Lichtreize in Nervenimpulse umsetzten und an das Gehirn weiterleiten zu können, muss der einfallende Lichtstrahl also mehrere Strukturen des Auges durchdringen.
Wie bei einem Objektiv werden die Lichtstrahlen gebündelt und das Bild wird auf dem Film abgebildet. Die Hornhaut und die Linse des Auges entsprechen den Linsen der Kamera, die Pupille übernimmt die Funktion der Blende.
Die Hornhaut ermöglicht den Eintritt der Lichtstrahlen.

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(Abbildung Hornhaut)

Da die Hornhaut gebogen ist werden die Lichtstrahlen gebrochen. Sie hat 2/3 der Brechkraft des Auges.
Das Licht scheint durch die Pupille auf die Linse und wird wieder gebrochen (1/3 der Brechkraft des Auges).
Die Iris (Regenbogenhaut) bildet die Blende vor der Augenlinse. Die wichtigste Aufgabe der Iris ist die Regulierung des Lichteinfalls. Sie hat eine zentrale, runde Öffnung, die Pupille. Mit Hilfe von Muskeln kann die Iris die Pupille vergrößern und verkleinern.

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(Abbildung Regenbogenhaut)

Hinter der Iris sitzt die Augenlinse. Sie besteht aus einer Kapsel, einer Rinde und einem Kern und hat weder Nerven noch Blutgefäße, sondern ist kristallklar (in der folgenden Abbildung ist die Linse gelb markiert).

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(Abbildung Linse)

Die Augenlinse ist elastisch und liegt zwischen dem Glaskörper und der Regenbogenhaut. Sie ist mit feinen Fasern am Ziliarkörper befestigt.

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(Abbildung Ziliarkörper)

Dieser ermöglicht die Formveränderung der Linse (Akkommodation) und beeinflusst den Kammerwasserabfluss über den Schlemm’schen Kanal. Im Alter lässt die Elastizität der Augenlinse und damit auch die Akkommodationsfähigkeit nach. Deshalb benötigt man eine Lesebrille.
Der vordere Teil des Auges wird in zwei Kammern aufgeteilt: Die Vorderkammer und die Hinterkammer. Wie auch die Vorderkammer, Raum zwischen Hornhaut und Iris, ist auch die Hinterkammer, Raum zwischen Iris und Linse, mit einer klaren Flüssigkeit, dem Kammerwasser, gefüllt, das u.a. eine Rolle bei der Regulation des Augeninnendrucks spielt.

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(Abbildung Kammerwasser)

Dem vorderen Augenabschnitt folgt der hintere Augenabschnitt, der mit dem Glaskörper ausgefüllt ist (in der folgenden Abbildung ist der Glaskörper grün markiert).

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(Abbildung Glaskörper)

Der Glaskörper ist eine durchsichtige, gallertartige Masse, die die Bündelung der Lichtstrahlen fördert und dazu beiträgt, dass der Augapfel seine Form behält.
Auf der Netzhaut wird dann das Bild wie auf einem Kamerafilm abgebildet. Für ein scharfes Bild wird eine Kamera eingestellt und der abzubildende Gegenstand fokussiert. Auch das Auge stellt sich auf die unterschiedlichen Entfernungen durch eine automatische Verformung der Augenlinse ein. Bei einem gesunden Auge wird das Bild exakt auf der Netzhaut abgebildet.

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(Abbildung Strahlen treffen auf die Netzhaut)

In der Netzhaut liegen die Photorezeptoren, die durch die Aufnahme von Licht und Farbreizen das Sehen ermöglichen. Im Zentrum der Netzhaut befindet sich die Stelle des schärfsten Sehens, die Macula.

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(Abbildung Macula und Papille)

Sie ist ein hochspezialisiertes Areal der Netzhaut in der Mitte des Augenhintergrunds. Von den verschiedenen Schaltstellen und Nervenfasern in der Netzhaut werden die Signale der Photorezeptoren weitergeleitet.

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(Abbildung Signale werden an den Sehnervenkopf weiter geleitet)

Die Sehnervenfasern der Netzhaut treffen sich im Sehnervenkopf (Papille, blinder Fleck). Sie treten in Bündeln aus und vereinen sich zu den Sehnerven. Diese leiten die Signale über die Sehbahn an das Gehirn weiter. Bestimmte Teile des Gehirns empfangen und verarbeiten die Signale und das Bild wird gesehen.

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